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Eine Tour in den Frühling
Geschrieben am Montag, 23.Juli. @ 23:20:46 CEST von Dirk
 
  Velorouten-Tips

Aus der Velopost Juni 2007: Kommt der Frühling ins Land, zieht es Egon "Itschi" Zoller auch in der Freizeit wieder aufs Velo und hinaus - am liebsten am Samstag, da ist auf den Straßen weniger los als am Sonntag. In unserer Reihe "Lieblingstouren" empfiehlt er eine Tour von Lörrach in die südlichen Ausläufer des Schwarzwalds, hinauf nach Endenburg.

Ich beginne die Tour in Lörrach und umfahre den Tüllinger Berg. Entlang der Wiese geht es kurz in die Schweiz und vorbei am Riehener Schwimmbad in die "Die Stadt der Stühle", Weil am Rhein. Zwischen Alt-Weil und Haltingen sieht man linkerhand das Vitra Design Museum, und vor mir auf dem Bergrücken liegt über Reben das schöne Ötlingen. In Binzen erreiche ich das Kandertal, dem ich bis Wollbach auf dem Radweg folgen werde. In Rümmingen verabschiedet sich gerade unter Pfeifen und Stampfen die Kandertalbahn "s'Chanderli", und der schwarze Rauch gibt den Blick frei auf den ersten Berg des südlichen Schwarzwaldes, den Hochblauen. Ich fahre an Wittlingen vorbei und erreiche Wollbach. Im Gasthaus "Krone", könnte man eine Rast unter Kastanienbäumen einlegen. Ich radle weiter entlang dem Wollbach bis Nebenau und biege links steil bergan nach Egerten.

Am Ortsausgang hinterm "Jägerhaus" (wo auch der Kalkofen steht und Erläuterungen zu lesen sind) beginnt der Planetenweg Egerten-Kandern. Ich radle durch unser Sonnensystem, von der Sonne bis zum Uranus, alles weiter in das Wollbachtal hinein. Nachdem ich den Uranus passiert habe, wird der Weg bis zum Wanderparkplatz Roter Rain steiler.

Hier könnte man die Tour verlassen und vorbei an den verbleibenden Planeten Neptun und Pluto nach Kandern fahren, sich bei einem Eis erholen und auf dem Radweg durch das Kandertal nach Lörrach zurückradeln. Ich fahre weiter auf der Scheideckstraße bis zum "Pässchen" Scheideck (543m), wo ich mit anderen Velofahrern eine Verschnaufpause einlege. Ein Denkmal weist uns auf geschichtsträchtigen Boden hin. Hier spielte sich 1849 ein entscheidendes Gefecht ab, das die Badische Revolution endgültig zu einem Fehlschlag werden ließ.

Auf den Höhen von Endenburg und Kirchhausen, wo der Schneiderhof wartet
Auf den Höhen von Endenburg und Kirchhausen, wo der Schneiderhof wartet.
Weiter, immer aufwärts, geht es auf der Landstraße durch den Wald nach Endenburg. In einer Höhe von ca. 670 Metern freue ich mich über den herrlichen Ausblick. Bei guter Sicht erstrahlt über dem Jura die nördliche Alpenkette in ihrer ganzen Pracht. Steil geht es in Endenburg hinauf zum Gasthaus Alpenblick. Auf der Terrasse genieße ich die Aussicht bei einem kühlen Getränk. Wer seinen Hunger stillen will, hat reichhaltige Auswahl unter badischen, gutbürgerlichen Gerichten. Ich fahre weiter, zunächst steil bergab in Richtung Hofen. Nach einer Kurve am Ortsende von Endenburg, führt rechts an der Straße ein schöner Wanderweg durch die Höllschlucht nach Schlächtenhaus hinunter. Ich radle aber weiter und umrunde auf der Panoramastraße das Höllbachtal. Vorbei am Dorf Kirchhausen führt die Straße durch den Wald bergab nach Hofen. In Kirchhausen wäre eine Besichtigung des Schneiderhofes einen Halt wert.

Nachdem ich Hofen schnell durchfahren habe, liegt vor mir die schöne rote Sandsteinkirche von Hofen. Sie steht frei auf einem Bergrücken. Man sieht sie sofort, wenn man von Weitenau, Steinen oder der Scheideck kommt. Ich setze mich an der Südseite der Kirche auf eine Bank und genieße im Windschatten die Frühlingssonne. Die Luft ist erfüllt von Vogelgezwitscher. Die Schatten der Bussarde und Milane streifen über die Wiese. Bei meiner Abfahrt zum Vogelpark fliegen die Beutegreifer bei der Flugschau über mich hinweg. Bei einer anderen Gelegenheit wäre der Vogelpark für sich alleine schon einen Ausflug wert.

Vorbei am Vogelpark radle ich gleich nach links auf einer schmalen Straße über Farnbuck zum Schillighof. Das Gasthaus liegt oben am Waldrand am Fuß der ersten größeren Anhöhen des südlichen Schwarzwaldes. Im Winter ist es in der alten, niedrigen, mit Holzofen befeuerten Gaststube urgemütlich. Jetzt aber, im Frühling, sitze ich lieber im Freien unter den Kastanienbäumen und mache eine längere Rast. Im Sommer ist Open Air (Rock am Bruch) angesagt: an drei Tagen kann man Rockmusik, Film und Theater erleben. Nachdem ich mich gestärkt habe, radle ich weiter. Ich durchquere das Dorf Schillighof vorbei an der Kreuzeiche nach Weitenau. Am Hummelberg, oberhalb des Ortseingangs von Weitenau, halte ich an und lasse den Blick schweifen, hinüber zur Kirche von Hofen mit der Scheideck im Hintergrund. Rechts davon erkennt man noch die Panaromastraße und die ersten Häuser von Endenburg. Weiter geht es durch Weitenau hindurch und auf dem schönen Radweg am Bach entlang nach Steinen. Auf der anderen Seite des Baches stolzieren Störche durch das Biotop und stillen ihren Hunger. Ich verlasse Steinen entlang dem Steinenbach, sehe im Hintergrund die Silhouette der Röttler Burg über Haagen und erreiche Hauingen. Hier radle ich auf dem Wiesentalradweg an der Wiese entlang zu meinem Ausgangspunkt, der Tüllinger Brücke in Lörrach.

 

 

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